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Hetman Mazepa in westeuropäischen quellen, 1687—1709 - Реферат

Реферат на тему:

Hetman Mazepa in westeuropischen quellen, 1687—1709

Wenn der Name Mazepa in Deutschland genannt wird, denkt man eher an Voltaires oder Byrons mythischen Helden in einer Liebesgeschichte mit der jungen Frau eines lteren polnischen Edelmannes, der, um sich zu rchen, den nackten Mazepa — an Hnden und Fssen gefesselt — rckwrts auf ein ungesatteltes Pferd schnallte. Diese Darstellung stammt aus der Feder des polnischen Edelmannes Jan Chryzostom Pasek in seinen Memoiren und von Voltaire in seiner Geschichte ber Karl XII von Schweden. Der historische Mazepa ist jedoch von dem in der Literatur geschilderten grundverschieden.

Ivan Mazepa-Kolodynskyj wurde in einer adligen ukrainischen Familie in deren angestammten Landsitz Mazepyntsia (daher der Name Mazepa), bei Bila Tserkov in der Ukraine geboren. Sein Geburtsdatum steht nicht ganz fest und ist immer noch Streitobjekt. Ausschlaggebend fr das richtige Geburtsjahr drfte ein Brief Philip Orlyks, engster Mitarbeiter und Kanzler Mazepas, vom 22. August 1741 sein. Darin heit es: „...ich bin siebzig Jahre alt, so alt wie Mazepa in Bender war..." (1709). Somit mu das Jahr 1639 als das richtige Geburtsjahr angesehen werden. Tag und Monat der Geburt, wie von dem polnischen Dichter T. Padura angegeben, 20.Mrz, drften zutreffen.

Dank der Beziehungen seines Vaters zum polnischen Knig wurde der junge Mazepa zum Pagen am Hofe Jan Kasimirs ernannt, nachdem er seine . Ausbildung auf dem ukrainischen Kollegium in Kiev abgeschlossen hatte. Einer Aussage des ukrainischen Chronisten, S. Velyčko zufolge soll er am Jesuitenkollegium in Warschau studiert haben. Der Knig selbst sandte Mazepa nach Frankreich, Deutschland, Italien und Holland. In Holland vervollstndigte er seine militrischen Studien. Nach seiner Rckkehr fand er sich in diversen diplomatischen Missionen von 1659—1663 zu den ukrainischen Hetmans. Im Jahr 1663 verlie Mazepa den kniglichen Hof, um in die Ukraine zurckzukehren.

1669 trat Mazepa in den Dienst des ukrainischen Hetmans Peter Dorosenko, dessen Streben es war, die Ukraine sowohl von Moskau als auch von Polen zu befreien. Diese beiden Mchte hatten die Ukraine, dem Vertrag von Andrusiv 1667 entsprechend, in zwei Teile geteilt. Auf dem rechten Ufer der Grenze, des Dnieprs, war Dorosenko, zuerst unter dem polnischen Knig und dann unter Porte, und auf dem linken Ufer herrschte der Hetman Ivan Samoylovyč unter russischem Protektorat.

Mazepa wurde Dorošenkos enger Verbndeter und wurde oft zu diplomatischen Missionen ausgesandt. 1677 wurde Mazepa bei einer Mission auf der Krim von Ivan Sirko, dem Fhrer („Košovyj") der Zaporoger Kosaken gefangengenommen, die ihr eigenes Territorium und ihre eigene Verwaltung hatten. Sirko schickte Mazepa zu dem Hetman Samoylovyc, der Dorošenkos politischer Gegner war. Mazepa war in einer gefhrlichen Situation, aber Samoylovyč befrderte ihn, nachdem er dessen Erziehung und politische Gewandtheit erkannt hatte, schnell vom Privatlehrer seiner Kinder in den hchsten militrischen Rang und 1682 in die Stellung eines General-Inspektors („Assaul"). Da Mazepas vorheriger Befehlshaber Dorošenko die Autoritt von Samoylovyc anerkannte, diente Mazepa dem letzteren in vielen diplomatischen Missionen, besonders nach Moskau. Hier machte er viele einflureiche Hofbekanntschaften, unter denen der Frst Vasilij Golitzyn die wichtigste war.

Golitzyn, der weltgewandte und welterfahrene Mann, war Gnstling der Regentin Sofija und damit der magebende Mann im Staate. Er war auch der Leiter des Auswrtigen Amtes und befrwortete die anti-trkische Politik in Zusammenarbeit mit den europischen Gromchten. Deshalb trat Moskau dem vom Papst vermittelten Kriegsbndnis zwischen dem Kaiser Leopold L, Polen und Venedig gegen die Porte, der sogenannten „Heiligen Liga", 1686 bei. Im Verlaufe des Krieges kam es auch zu zwei Feldzgen gegen die Krimtataren (1687, 1679) unter Frst Golitzyns Oberbefehl. In diesen Krimfeldzgen beteiligten sich auch 50.000 ukrainische Kosaken unter Hetman Samojlovyc. Der erste Feldzug gegen die Krimtataren (1687) war erfolglos und Golitzyn, der seinen Ruf am Hofe retten wollte, berredete die Kosaken, den Hetman Samojlovyc wegen angeblichen Verrats abzusetzen und Mazepa als seinen Nachfolger am 4. August (n.S.) 1687 zu whlen. 6 Der schottische General Patrick Gordon, der in russischen Diensten stand, beschrieb Mazepas Wahl in seinem Tagebuch.

Anllich seiner Wahl zum neuen Hetman wird in der westeuropischen Presse ber Mazepa berichtet.

In Deutschland 1687 berichteten ber Mazepas Wahl solche Zeitungen wie Leipziger Post- und Ordinar-Zeitung (Nr.38), Berliner Sonntag Postillon (Nr.38), Berliner Dienstag Fama (Nr.37), Berliner Dienstag Mercurius (Nr.38), Frankfurter Theatrum Europaeum zu dem Jahr 1687 von einem gewissen „Manzeye" und Nrnberger Neu-erffneter Saal Historischer Bilder von einem „Mareppa".

Ivan Mazepa war ein Hetman, d.h. Oberhaupt des ukrainischen autonomen Staates, einer Art militrischer Republik unter dem Protektorat Rulands. Solcher Status war zu der damaligen Zeit weit verbreitet, wie z.B. die Balkanlnder unter der Trkei, Holland unter Spanien (1559—1648), Preuen unter Polen (1525—1668), Estland und Livland (Lettland) unter Schweden (1648— 1721), Obwohl die Ukraine unter russischem Protektorat stand, hatte sie doch — wie der deutsche Historiker Hans Schumann in seiner Dissertation bemerkte — ihr eigenes Territorium (wie man aus zeitgenssischen Karten von J.B. Homann und P. Gordon entnehmen kann, gab es eine deutliche Trennung zwischen der Ukraine und Ruland), es war ein eigenes Volk mit eigener Sprache, mit eigenen Gesetzen und eigener Verwaltung, bestehend aus einem besonderen demokratischen Regierungssystem, und besa eigene Streitkrfte, nmlich die Kosaken.

Die Prrogativen Mazepas waren durch die sogenannten „Kolomak-Artikel" (1687) eingeschrnkt. Diesen Bestimmungen zufolge durfte er keine auslndischen Diplomaten empfangen und diplomatische, an ihn gerichtete Korrespondenz nicht beantworten, sondern hatte sie nach Moskau zu befrdern (Artikel VII). Ferner wurde zur „Sicherheit" seiner Person in die Residenzstadt Baturin ein russisches Infanterie-Regiment befohlen (Artikel XVII). In Artikel XIX wurde von der russischen Seite empfohlen, da Russen und Ukrainer in grerem Ausma Heiraten untereinander eingehen und „unter Seiner Zarischen Majestt" eine Einheit bildeten.

Obgleich die Rechte Mazepas durch die Kolomak-Artikel beschrnkt waren, bte er doch eine groe Macht in allen zivilen und militrischen Belangen aus und wurde von zeitgenssischen auslndischen Diplomaten in Moskau als der Oberbefehlshaber angesehen. So besuchte z.B. der damalige franzsische Diplomat in Moskau Jean de Baluze (1648—1718) Mazepa 1704 in Baturin und schrieb in seinem Brief: „...von Moskau fuhr ich in die Ukraine, dem Lande der Kosaken, wo ich einige Tage der Gast des Prinzen Mazeppa war, der die hchste Autoritt in diesem Lande ist".

Ein anderer franzsischer Diplomat in polnischen Diensten, Foy de la Neuville (1649—1706), der Mazepa in Moskau persnlich kennengelernt hatte, bemerkte in seinen Memoiren: „... dieser Prinz ist nicht eine gewhnliche Person, sondern ein hochgebildeter Mann und spricht perfekt Latein. Er ist aus dem Kosakenstand."

Der englische Gesandte in Moskau, Charles Lord Whitworth (1675—1725) schrieb in seinem Bericht vom 21. November 1708, da Mazepa in der Ukraine „governed so long with little less authority than a soveraign Prince".

Ein Zeitgenosse Mazepas, der brillante englische Journalist Daniel Defoe (1661—1731) betonte in seinem Buch ber Zar Peter L, da „... Mazepa was not a King in Title, he was equal to King in Power, and every way Equal if not Superior to King Augustus in the divided Circumstances, in which his Power stood, even at the best of it".

Tatschlich war sich Mazepa seiner hohen Stellung voll bewut und hielt sich nur fr „wenig geringer als den polnischen Knig".

Der schwedische Oberst Carl Gustafson Klingspor (1665—1742), der in seinen Memoiren Mazepa grte Aufmerksamkeit widmete, schrieb u.a.: „... Mazepa war ein groer Mann und sein Name war bekannt ber die Grenzen seines Landes hinaus, welches er regierte".

Bemerkenswert ist, da die russische Regierung alle Amtsgeschfte mit Mazepa durch den „Posolskij Prikaz" (das Auswrtige Amt) ttigte und der Hetman mit seinem Gefolge in Moskau den auslndischen Staatsmnnern gleichgestellt wurde. Erwhnenswert wre noch, da fr den Hetman in Moskau ein Palais erbaut wurde.

Dies war auch zeitgenssischen deutschen Zeitschriften zu entnehmen. So brachten z.B. die Hamburger Historischen Remarques in ihrem Bericht aus Moskau vom 27. November 1703, der Zar habe sich beim Einzug in Moskau lange Zeit mit Mazepa ffentlich unterhalten und von ihm einen mit Diamanten besetzten Degen erhalten. Dem Bericht schliet sich ein ausfhrlicher Lebenslauf Mazepas an. Auch die Wiener Zeitung Das Wiennerische Diarium vom 30. Januar bis 2. Februar 1704 berichtete in hnlicher Weise. Fast gleichzeitig verffentlichte die Leipziger Europische Fama einen im besten Licht abgefaten Lebenslauf Mazepas und brachte zwei Jahre spter sein Bild auf der ersten Seite. Die angesehene Stellung Mazepas am zaristischen Hof kam auch in anderen Berichten aus Moskau in einer weiteren Wiener Zeitung, Der Posttgliche Mercurius, zum Ausdruck. In der Korrespondenz aus Moskau vom 11. Februar 1705 schrieb der Post-tgliche Mercurius vom 25. Mrz 1705, da Mazepa an verschiedenen Konferenzen teilgenommen und auf dem Wege zu seinen Truppen sei. Dasselbe wiederholte der Post-tgliche Mercurius nochmals in seiner Ausgabe vom 4. April 1705 mit folgendem Wortlaut: „Moscau, den 11. Februar ... Gestern seynd Ihro Excell. der Hr. Hermann (sc. Ivan) Mazeppa, Genrel oder Feld-Herr der Ihro Czaarischen Majestt stehenden Zaporovischen Cosacken, nachdem er viel Conferentzen mit Sr.Excell. dem Hrn.Gubernator Grafen Mainschickoff (sc. Menschikov) und anderen Ministris gehalten, wieder nach seiner Residentz Barudin (sc. Baturyn) in der Ukraine verreitst...".

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