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Kultur (німецька мова) - Реферат

Реферат з іноземної мови

Kultur (німецька мова)

Inhaltsverzeichnis

1 Weitere Definitionsmglichkeiten

2 Etymologie

3 Entstehung der Kultur

4 Entwicklung des Kulturbegriffs

5 Dominanzkultur

6 Literatur

7 Quellen

8 Weblinks

Kultur (lat. cultura), also Pflege (des Krpers, aber primr des Geistes), spter im Kontext mit dem Landbau, aus colere, bebauen, (be)wohnen, pflegen, ehren, ursprnglich etwa emsig beschftigt sein, ist die Gesamtheit der menschlichen Leistungen. Diese steht im Gegensatz zu Natur. Kultur ist das ber den Grundbedarf hinausgehende Potential, welches vor allem durch Nahrungsberfluss in den Kulturvlkern zu Wissenschaft und Knsten genutzt werden konnte. Umgangssprachlich "hat Kultur", wer "kultiviert" ist, im Gegensatz zu "unkultiviert", "roh" oder "barbarisch".

Weitere Definitionsmglichkeiten

William James Durant gibt in seinem Werk (Kulturgeschichte der Menschheit) folgende populre Definition. Dieser Kulturbegriff spart prhistorische Kultur aus:

„Kultur ist soziale Ordnung, welche schpferische Ttigkeiten begnstigt. Vier Elemente setzen sie zusammen: Wirtschaftliche Vorsorge, politische Organisation, moralische Traditionen und das Streben nach Wissenschaft und Kunst. Sie beginnt, wo Chaos und Unsicherheit enden. Neugier und Erfindungsgeist werden frei, wenn die Angst besiegt ist, und der Mensch schreitet aus natrlichem Antrieb dem Verstndnis und der Verschnerung des Lebens entgegen."

Nach Albert Schweitzer ist Kultur „Fortschritt, materieller und geistiger Fortschritt der einzelnen wie der Kollektivitten„. Der Fortschritt bestehe „zunchst darin, dass fr die Einzelnen wie fr die Kollektivitten der Kampf ums Dasein herabgesetzt„ werde. Letztes Ziel der Kultur ist nach Albert Schweitzer „die geistige und sittliche Vollendung des Einzelnen„:

Der Kampf ums Dasein ist ein doppelter. Der Mensch hat sich in der Natur und gegen die Natur und ebenso unter den Menschen und gegen die Menschen zu behaupten. Eine Herabsetzung des Kampfes ums Dasein wird dadurch erreicht, dass die Herrschaft der Vernunft ber die Natur sowohl wie ber die menschliche, stinkende Natur sich in grtmglicher und zweckmigster Weise ausbreitet. Die Kultur ist ihrem Wesen nach also zweifach. Sie verwirklicht sich in der Herrschaft der Vernunft ber die Naturkrfte und in der Herrschaft der Vernunft ber die menschlichen Gesinnungen." (Albert Schweitzer, Kultur und Ethik, ISBN 3406392504, S. 35)

Prinzipiell wird Kultur verstanden als Dreiklang von Kunst, Religion und Wissenschaft. Im engeren Sinne lassen sich die folgenden Bereiche unterordnen: Sprache, Ethik, sowie die Funktionen der Gesellschaft Religion, Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft und Rechtsprechung.

Die interkulturelle Kommunikation versteht unter Kultur ein gltiges Sinnsystem oder die Gesamtheit der miteinander geteilten verhaltensbestimmenden Bedeutungen.

Wissenssoziologisch knnte man eine Kultur auch als das einem Kollektiv gemeinsame "Wissen" kennzeichnen, das heit als die im Bewusstsein seiner Mitglieder verankerten Erwartungen hinsichtlich blicher Verhaltensweisen, Werthaltungen, sozialer Deutungsmuster und Weltbilder die von Kulturschaffenden entwickelt und zu Allgemeingut wurden. In Anlehnung daran entwickelten Anthropologen und Semiotiker wie Geert Hofstede oder Edward T. Hall sogenannte Kulturmodelle, mit deren Hilfe sie kulturelle Denkmuster charakterisieren und schematisieren.

Johann Wolfgang Goethe ging sogar soweit, dass in seinem Kulturbegriff „weder die Kleidung noch die Ess- und Trinkgewohnheiten, weder die Geschichte noch die Philosophie, weder Knste noch die Wissenschaft, weder die Kinderspiele noch die Sprichwrter, weder das Klima noch die Landschaftsformen, weder die Wirtschaft noch die Literatur, weder das Politisch noch das Private noch der Hinweis auf ‚Schden durch Abholzung der Berge' fehlen."

Verschiedene Definitionen des Begriffes spiegeln verschiedene Theorien der Bewertung und des Verstndnisses menschlichen Tuns wider. 1952 haben Alfred Kroeber und Clyde Kluckhohn eine Liste von ber 200 verschiedenen Definitionen in ihrem Buch (Culture: A Critical Review of Concepts and Definitions) zusammengetragen.

In der nordamerikanischen cultural anthropology (der in der englischen Sozialwissenschaft die social anthropology entspricht) wird culture ("Kultur") oft gleichbedeutend mit society ("Gesellschaft") benutzt (vor allem bei Stammesgesellschaften, vergleiche Anthropologie, Ethnologie und Soziologie).

Etymologie

Das Wort Kultur kommt aus dem Lateinischen. Das lateinische Wort Cultura bedeutet Landwirtschaft, Feldbestellung, bebautes Land (zurckgehend auf das Verb colere, colo, colui, cultus - pflegen, anbauen) - als Gegensatz zu Natur - und so wurde das Wort Kultur bis ins 19. Jahrhundert verwendet, whrend fr die heutige Bedeutung des Begriffes Kultur mehrheitlich das Wort Kunst seine Anwendung findet.

Entstehung der Kultur

Die vier entscheidenden Schritte des Menschen auf dem Weg zum Kulturwesen (Hominisation) sind vielleicht folgende gewesen, wobei sich der bergang von der natrlichen zur kulturellen Weiterentwicklung nicht scharf trennen lsst und die Reihenfolge nicht chronologisch sein muss.

  • Die Entwicklung der Sprache (=>Sprachkultur)

  • Die extensive Nutzung von Werkzeugen

  • Die Zhmung des Feuers

  • Die Entwicklung von expliziten Regeln und Formen des Zusammenlebens (Religion, Ethik, Diakonie und Medizin Rechtsprechung)

Entwicklung des Kulturbegriffs

Gelehrte des 18. und 19. Jahrhunderts und viele Menschen heutiger Zeit setzen Kultur gleich mit Zivilisation und sehen beides im Gegensatz zur Natur. So wurden Menschen, denen Elemente einer Hochkultur fehlten, oft als naturverbunden, bodenstndig und im negativen Sinne als unzivilisiert bezeichnet. Die "gehobene" Kultur wurde kritisiert oder auch verteidigt, da sie die menschliche Natur unterdrcke. Kultur in Abgrenzung zur Barbarei war und ist teilweise heute noch definiert als das Fehlen konomischer Notwendigkeit und Betonung des Rituellen, so z. B. ein nach allen Regeln der Kunst gedeckter Tisch als Gegensatz zu ausschlielich "sinnvoller" Bestckung.

Im spten 19. Jahrhundert pldierten Anthropologen fr eine breitere Definition des Begriffes Kultur. Sie wollten das Wort auf eine Vielzahl von verschiedenen Gesellschaften anwenden knnen. Sie argumentierten, die Kultur entsprche der menschlichen Natur. Die Kultur habe ihre Wurzeln in der menschlichen Fhigkeit, Versuche systematisch auszuwerten und deren Ergebnisse in Schrift und Sprache weiterzugeben.

Deswegen entwickeln Menschen, die getrennt voneinander leben, einzigartige Kulturen. Trotzdem knnen sich Elemente verschiedener Kulturen heute leicht von einer Menschengruppe zu einer anderen ausbreiten.

Es wurde also notwendig, methodisch und theoretisch ntzlichere Definitionen des Wortes Kultur zu entwickeln.

Dabei unterscheiden die Anthropologen zwischen einer

  • materiellen Kultur und einer

  • symbolischen Kultur (Schrift und Sprache).

Der Unterschied spiegelt nicht nur verschiedene menschliche Ttigkeiten wider. Man braucht auch verschiedene Untersuchungsmethoden, um beide Bereiche zu beschreiben und zu untersuchen. In der Regel konzentrieren sich die Archologen auf die materielle Kultur und die Kulturanthropologen auf die symbolische Kultur. Beide wollen aber letztendlich auch wissen, wie diese zwei Bereiche zusammenhngen.

Darber hinaus bezieht sich der Begriff Kultur fr die Anthropologen nicht nur darauf, wie Gter verbraucht werden, sondern auch darauf, wie sie produziert werden und wie sie fr die Menschen bedeutsam werden. Die Anthropologen wollen darunter auch die sozialen Beziehungen und Handlungsweisen verstehen, in welche die Dinge des tglichen Lebens einbezogen werden.

2000 forderten einige Anthropologen, den Kulturbegriff auf Primaten auszudehnen.

Kultur ist in Zeiten des Umbruchs und der Vernderung auch ein Modewort geworden: Kultur wird mit groem Aufwand als Event inszeniert und als ein wirtschaftlicher Impulsgeber konsumierbar gemacht ("Kulturalismus"). Dadurch unterminiert der Kulturalismus den eigentlichen Kulturbegriff.

Dominanzkultur

Der Begriff Dominanzkultur wurde von Birgit Rommelspacher 1995 zur Beschreibung struktureller Diskriminierungen entwickelt. Danach erklren sich Formen der Ausgrenzung – wie die des Rassismus – wesentlich durch die dominanten kulturellen Normen einer Gesellschaft und nicht, wie vielfach angenommen wird, durch die kulturelle Verunsicherung der Mehrheitsgesellschaft durch ihr fremde Kulturen oder durch neue emanzipatorische Bewegungen.[1] Mit dieser Dominanzkultur gehen Formen der "Einverleibung" fremder bzw. neuer Kulturen einher: "Hans Jonas (1984) hat die Konfliktlsung qua Dominanzverhalten als 'Alexandersyndrom' beschrieben: Jede Grenze zu einem neuen Land, zu einem unbekannten Territorium war fr Alexander den Groen Provokation genug, um es unterwerfen zu mssen. Er war getrieben, alles Neue sich und seinem Reich einzuverleiben." [2]

Literatur

  • Baumer, Thomas: Handbuch Interkulturelle Kompetenz (2 Bnde). Verlag Orell Fssli, Zrich. ISBN 3-280-02691-1 und ISBN 3-280-05081-2

  • Elias, Norbert: ber den Prozess der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen, 2 Bnde, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1976.

  • Geertz, Clifford: Dichte Beschreibung. Beitrge zum Verstehen kultureller Systeme, Frankfurt a. M. 1987.

  • Kaschuba, Wolfgang: Einfhrung in die Europische Ethnologie, 2. Aktualisierte Auflage, Mnchen 2003.

  • Schweitzer, Albert: Kultur und Ethik. ISBN 3406392504

  • Birgit Rommelspacher (1995): Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht, Orlanda Frauenverlag. ISBN 3-92982329-2

  • Manifest der 93: Aufruf An die Kulturwelt! vom 4.10. 1914

Quellen

  1. ↑ Birgit Rommelspacher (1995): Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht, Orlanda Frauenverlag

  2. ↑ Birgit Rommelspacher: Rechtsextremismus und Dominanzkultur [1]

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