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Althochdeutsch (750770 — 1050) - Лекція

z.B. teilen

Sg. 1. teil-u, -o Pl. 1. teil-ams, -ems,

2. teil-is(t) 2. teil-et

3. teil –it 3. teil-e-nt,

Im Prteritum hngt das Schicksal des stammbildenden Suffixes –i von der Quantitt des Wurzelmorphems ab. Wenn die Silbe bei den Verben der 1. Klasse offen ist, so haben die Verben im Prteritum und Partizip II keine Endung. Wenn die Silbe geschlossen ist, so beobachten wir Suffix –i.

Personalendungen des schwachen Prteritums:

Sg. 1. -a Pl. 1. -um

2. –os(t) 2. -ut

3. -a 3. -un

2. und 3. Klassen von schwachen Verben

Die schwachen Verben der 2. und 3. Klassen haben in allen Formen die stammbildenden Suffixe –o bzw. –e.

Das Prsens dieser Verben wird nach folgendem Modell gebildet:

Wurzelmorphem + stammbildendes Suffix + Flexion

lobon sagen

Sg. 1. lob--m -n sag--m –n

2. lob--s(t) sag--s(t)

3. lob--t sag--t

Pl. 1. lob--ms sag--ms

-n, -n

2. lob--t sag--t –t

3. lob--nt sag--nt –nt

Das Prteritum der schwachen Verben der 2. und 3. Klasse wird nach folgendem Schema gebildet

Wurzelmorphem + stammbildendes Suffix + Suffix des Prteritums -t- + Flexion

Sg. 1. lob--t-a sag--t-a

2. lob--t-s sag--t-s

3. lob--t-a sag--t-a

Pl. 1. lob--t-um sag--t-um

2. lob--t-ut sag--t-ut

3. lob--t-un sag--t-un

Partizip II

gi-lob-o-t gi-sag-e-t

Unregelmige Verben

Im Althochdeutschen gehren dazu

1. Gruppetuon, gen, sten

Die Verben haben keinen Themavokal (stammbildendes Suffix). Auerdem haben sie im Prsens in der 1. P.Sg. eine archaische Personalendung –m. Diese Endung kann man auch in den anderen ide. Sprachen finden.

Z.B. старосл. есмь

lat. sum

Prsens

tuon gn stn

Sg. 1 tuo-n g-m, g-n. st-n

2 tuo-st, tis g-s(t) st-m

3. tuo-t g-t st-s(t)

Pl. 1. tuo-ms g-ms st-ms

2. tuo-tg-t st-t

3. tuo-ntg-nt st-nt

Das Wurzelmorphem dieser Verben ist auch eigenartig. Es endet auf einen Vokal.

Das Verb tuon hat im Prteritum eine Reduplikation. Wir bekommen die Form teta.

Prteritum

Sg. 1. teta Pl. Pl. 1. ttum(s)

2 tti 2. ttu(n)t

3 teta 3. ttun

Partizip II — gitan

2. Gruppe

wesan, sin > sein

Am Paradigma dieses Verbs beteiligen sich 3 verschieden Wurzelmorpheme:

Bei der Pluralbildung kommen 2 ide. Wurzel vor:

1) es (asl. есмъ, dt. ist, rus. есть, lat. esse, ukr. є)

2)bhu (asl. быть, dt. bin, bist, ukr. був)

3) Im Prteritum und Partizip II beteiligt sich die 3. Wurzel wes. Das ist nur germanische Wurzel.

Prsens Prteritum

Sg. 1. bim,bin Sg. 1 was

2. bist 2. wri

3. ist 3. was

Pl. 1. birum Pl. 1. wrum

2. birut 2 wru(n)t

3. sint 3. wrun

Die Verben Prterito – Prsentia

Diese Verben bilden die prsentische Formen nach dem Muster des starken Prterits. Zu dieser Gruppe gehren im Althochdeutschen mehr Verben als heute:

ahd. wizzan (wissen), eigan (besitzen, haben), unnan (gnnen), kunnan (knnen), durfan (drfen), mugan (mgen), muozzan (mssen)

die unpersnlichen Verben tuog (es hilft), ginah (es gengt)

das defektive Verb gitar (ich wage) – Prt. Sg. gitorsta.

Ihre kennzeichen sind:

1) Die Nullflexion in der 1. und 3. P. Sg.

2) Diese Verben weisen dieselbe Stufen des Ablauts auf wie die starken Verben.

z. B. 1. Ablautsreihe

steigan — steig — stigum — gistigan

weiz — wizzum

2. Ablautsreihe

helfan — half — hulfum — giholfan

darf — durfum

kann — kunnum

Die prsentischen Formen weiz, darf, scal, mag, muoz sind die alten Prterita Singular. Der Infinitiv dieser Verben ist kaum belegt. Das Partizip II kommt in ahd. Texten auch selten vor.

Infinitiv Prsens Prterit PartizipII

wizzan "wissen" weizwizzun wissa giwizzan

wistawesta

durfan "drfen" darfdurfun dorfta —

kunnan "knnen" kankunnun konda —

"mssen" muozmuozun muosa, muosta —

scolan "sollen" scalsculun scolta —

magan "mgen" magmagun, mahta, —

mugan mugun mohta

"es taugt, tougtugun tohta —

hilft"

"wagen" gitargiturrun gitorsa —

unnan "gnnen" anunnun onda —

"es gengt" ginah — —

"wir haben" eigun eigan —

Hauptcharakterzge des althochdeutschen Satzbaus.

Der einfache Satz.

Das typische Satzmodel im Althochdeutschen ist eine zweigliedrige Struktur mit Subjekt und Prdikat:

z.B. Elias strit p den uuigon lp.(Elias kmpft fr das ewiges Leben)

Zwar findet man in ahd. Texten ellyptische Stze mit ausgelassenem Subjekt, doch diese entsprechen meistens dem lateinischen Originaltext.

Die unbestimmt-persnlichen Belege mit dem Pronomen man sind in den ahd. Texten noch bei weitem nicht eindeutig.

z.B. Mit gru scal man gebe infhan.

(Mit dem Speer soll ein Mann die Gabe empfangen.

Mit dem Speer soll man die Gabe empfangen)

Die unpersnlichen Stze erhalten bereits im Althochdeutschen zweigliedrige Struktur:

z.B. Ez ist spti. (Es ist spt).

Vgl. ukr. Смеркає.

lat. Pluit — Es regnet.

Die Wortfolge.

Der ahd. Satz besitzt noch eine relativ freie Wortfolge. Das Subjekt kann die erste Stelle einnehmen oder dem Prdikat nachgestellt werden. Die zweite Stelle im einfachen Aussagesatz ist nicht immer durch das finite Verb besetzt. (es kann die Schlu- oder die Anfangsstellung besetzen).

Im Fragesatz ohne Fragewort ist die Anfangsstellung des Prdikats die hufigste.

Fr die Verneinung wird im Ahd. das Partikel ni (ne) gebraucht: Als zustzliche Negationsmittel fungieren auch nioman, niowiht, nieht (nicht).

Im Unterschied zum Nhd. kommt im Ahd. die doppelte Verneinung nicht selten vor.

Der komplexe Satz

Schon die ersten althochdeutschen Sprachdenkmler erhalten verschiedene Typen komplexer stze: (Subjekt-, Objekt-, Prdikativ-, Adverbial- und Attributtstze).

Die Satzverbindung hat im Althochdeutschen zwei Hauptmodelle:

1) die konjunktionslose Satzverbindung der Teilstze sind nur durch Intonation miteinander verbunden;

2) mit konjunktionalen Verbindung der Teilstze. Die gebruchlichsten Konjunktionen sind:

3) inti (und), ioh (und), ouh (auch), doh (doch), aher (aber), odo (oder).

Das Satzgefge

Das Ahd-e besitzt Gliedstze fr alle Satzglieder d.h. Subjekt, Objekt, Prdikativ, Adverbial und Attribut. Diese Gliedstze werden durch Relativpronomen hwer, war, ther, thiu, thaz oder Konjuktionen thaz (dass); oba (ob); tho, thar, s (da); after thiu (nachdem), er (ehe); mit thiu (whrend) u.a eingeleitet.

Die Wortstellung im Gliedsatz

Die Endstellung des Prdikats gilt im Althochdeutschen noch nicht immer als Regel. Doch kam sie in den Gliedstzen schon hufig vor.

Auch die Teile des zusammengesetzten Prdikats haben noch keine feste Stellung.

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