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Althochdeutsch (750770 — 1050) - Лекція

Zur o-Deklination gehren die Substantive des weiblichen Geschlechts (f. erda, geba, zala) (s. Tabelle oben)

Im G., D Pl. weisen die Substantive dieser Deklination die gleichen Formen mit n-Deklination auf.

Konsonantische Stmme

Der produktivste Typ — n-Stmme. Dazu gehren Substantive aller 3 Geschlechter

m. namo, hano, garto

f. zunga, sunna, bluoma

n. herza, ora, ouga

n-Stmme r-Stmme nt-St. ir-St.

Maskulina Neutra Fem. Mask. Fem. Neutra

Sg. N. nam-o oug-a zung-a bruod-er friunt lamb

G. nam-en,-in oug-en zung-un bruod-er friunt-es lamb-es

D. nam-en,-in oug-en zung-un bruod-er friunt,-e lamb-e

A. nam-on,-un oug-a zung-un bruod-er friunt lamb

I. — — — —- - lamb-u

Pl. N. nam-on,-un oug-un zung-un bruod-er friunt,-a lemb-ir

G. nam-ono oug-ono zung-ono bruod-ero friunt-o lemb-iro

D. nam-om oug-om zung-om, bruoderum friuntum lemb-irum -on -un,on -un

A. nam-on,-un oug-un zung-un . bruod-er friunt,-a lemb-ir

Der Artikel

Im Althochdeutschen bildet sich eine neue grammatische Kategorie des Substantivs — die Kategorie der Bestimmtheit/Unbestimmtheit heraus. So wurde der Artikel ins Leben gerufen. Der Artikel drckt somit die grammatischen Kategorie des Genus, Numerus und Kasus des Substantivs aus.

Das Adjektiv

Im Althochdeutschen unterscheidet man die schwachen und die starken Deklinationstype von Adjektive.

Die starke Deklination nennt man die pronominale Deklination, weil die Endungen des Adjektivs mit den Endungen der Demonstrativpronomen zusammenfallen.

Mask. Neutr. Fem.

Sg. N. blint, blint blint.

blint-er blint-az blint-iu, -u

G. blint-es blint-era.

D. blint-emu,-emo blint-eru,-ero.

A. blint-an blint, blint-a

blint-az

I. blint-u,-o

Pl.N blint-e blint-iu,-u blint-o

(blint) (blint) (blint)

G. blint-ero.

D. blint-em,-en

A. blint-e blint-iu,-u blint-o

Die schwache Deklination nennt man die nominale Deklination, weil die Endungen des Adjektivs mit den Endungen des Substantivs der schwachen Deklination zusammenfallen.

Mask. Neutr. Fem.

Sg. N.blint-o blint-a blint-a

G.blint-en,-in blint-un

D. blint-en,-i blint-un

Ak.blint-on blint-a blint-un

Pl. N. blint-on, blint-un, blint-un

-un, -on

G. blint-ono blint-ono

D. blint-om,-on blint-om,-on

Ak. blint-on,-un blintun,-on blint-un

Die Steigerungsstufen der Adjektive

Im Althochdeutschen unterscheidet man 3 Steigerungsstufen der Adjektive:

Positiv, Komparativ, Superlativ.

Komparativ wird mit Hilfe der Suffixe -ir/-or gebildet, der Superlativ — mit Hilfe –ist/-ost:

skoni — skon-ir-o — skon-ist-o

salig — saligoro — saligosto

lang — leng-ir-o — leng-ist-o

managfalt — managfalt-r-o — managfalt-st-o

Die Adjektive, die auf i endeten, bekamen im Komparativ und Superlativ nur Suffixe –ir und –ist.

aber: guot — bezziro — bezzisto "gut"

ubil — wirsiro — wirsisto "schlecht"

mihhil — mero — meisto "gro"

luzzil — minniro — minnisto "klein"

Es sei hier bemerkt, dass diese Bildungsweise der Steigerungsstufen auch fr andere Sprachen typisch ist (z.B. Ukrainisch).

добрий — кращий — найкращий

поганий — гірший — найгірший

Das Pronomen

Das ahd-e Pronomen verfgte ber folgende grammatischen Kategorien:

Genus — Maskulinum, Femininum und Neutrum

Numerus — Singular, Plural

Kasus — die gleiche Form von Kasusen wie beim Substantiv

Personalpronomen

1.P. 2.P. 3.P.

Mask. Neutr. Fem.

Sg. N. ih du er iz siu,sie,si

G. min din sin es,is ira,-u,-o

D. mir dir imo,-u imo,-u iru,-o

A. mih dih inan,in iz sia

Pl. N. wir ir sie siu sio

G. unser iuwer iro iro iro

D. uns iu im im im

A. unsih iuwih sie siu sio.

Possessivpronomen

Possessivpronomen sind von den Genitivformen der Personalpronomen und vom Reflexivpronomen sin gebildet.

Sg. min din sin sin ira

Pl. unser inwer iro

Sie werden wie starke Adjektive dekliniert:

Mask. Neutr. Fem.

Sg. N.. miner minaz miniu

G. mines minera,-eru,-ero

D minemu,-emo mineru,-ero

A. minan minaz min

I. mine miniu mino

min mi

Pl. N. min

G. minero minem,-en

D. min

A. mine miniu mino

Demonstrativrponomen (der, deser, jener, soliher)

Mask. Neutr. Fem.

Sg. N. der daz diu

G. des dera,-u,-o

D. demu,-o deru,-o

A den daz dea,dia,die

I. diu

Pl. N. de diu deo,dio

(dea,dia,die)

G. dero

D. dem,-n

A.de diu deo, dio

(dea,dia,die)

Aus den Demonstrativpronomen der, diu, daz entwickelte sich der bestimmte Artikel. Die demonstrative Funktion bernahm seine erweiterte Form — ein zusammengesetztes Demonstrativpronomen (einfache Demonstrativpronomen + Hinweisender Partikel se)

m. deser n. diz f. Desin

DAS VERB

Das Verb besa im Althochdeutschen folgende grammatischen Kategorien:

1) Die Kategorie der Zeit (Tempus)

Das Ahd-e besa nur 2 Zeitformen — Prsens und Prterit.

Das Prterit war eine universelle Zeitform zum Ausdruck der Vergangenheit.

Das Prsens gebrauchte man auch zum Ausdruck der Handlung in der Zukunft.

2) Die Kategorie des Modus.

Das Ahd-e besa wie heute 3 Modi: Indikativ, Konjunktiv, Imperativ.

3) Die Kategorie der Genera.

Im Althochdeutschen fehlte das Passiv und diese grammatische Kategorie fungierte nicht in demselben Umfang wie heute.

Das Althochdeutsche besa folgende Gruppen von Verben:

1) starke Verben;

2) schwache Verben;

3) unregelmige Verben

Starke Verben

Die starken Verben werden nach dem Charakter des Ablauts im Wurzelmorphem in 7 Ablauts reihen eingeteilt.

Der Haupttyp des Ablauts war

e a 0 (Null)

Die Vielfalt der Ablautsreihe war dadurch bedingt, dass der ablautende Vokal in Verbindung mit dem folgenden Vokal oder Konsonanten im Wurzelmorphem verschiedene Lautkombinationen ergab.

Dadurch entstanden in einigen Ablautsreihen auch einige Untertypen.

Man unterscheidet im Althochdeutschen 4 Grundformen des Verbs:

Infinitiv Prteritum Sg. Prteritum Pl. Partitzip 2

helf-an half- hulf-um giholfan

Ablautsreihe

zerfllt in 1. und 2. Untergruppen:

i — ei — i — i

i — e — i — i

1. ahd. grifan — greif — grifum — gigrifan got. greipan — graip — gripum — gripans

mhd. grifen — greif — grifen — gegrifen

2. ahd. zihan — zeh — zigum — gizigen got. teihan — taih — taihum — taihans

mhd. zihen — zech — zigen — gezigen

Erklrung:

1)e + i = ei > i

In der 1. Grundform hatte der ablautende Vokal die Lautform e, die Verbindung mit dem nachfolgenden i ergab den Diphthong ei, der (noch in der vorliterarische Zeit) zu i wurde.

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