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Hexenverfolgung am Beispiel von Anton Praetorius - Реферат

Praetorius heiratet und sein erster Sohn Johannes wird in Kamen geboren, doch dann hat seine Frau drei Fehlgeburten und stirbt. Seine n?chste Frau stirbt an der Pest kurz nach der Hochzeit. Schlie?lich heiratet Praetorius die Tochter eines hessischen Pfarrers in der N?he der Stadt Lich.
Der Hexenprozess 1597: Wendepunkt seines Lebens
Sp?ter wirkt Praetorius als reformierter Hofprediger in Birstein im heutigen Hessen im B?dinger Land. Dort wird er vom Grafen am 4. Mai 1597 zum Mitglied des Gerichtes gegen vier Frauen berufen, die als Hexen angeklagt sind. Die Frauen werden gefoltert, um ein Gest?ndnis von ihnen zu erpressen. Doch der Pfarrer Anton Praetorius ertr?gt die Schreie der gequ?lten Frauen nicht l?nger. Offen wendet er sich gegen den unmenschlichen Prozess, sodass der Schreiber der gr?flichen Kanzlei vermerkt: "weil der Pfarrer alhie heftig dawieder gewesen, als man die Weiber peinigte, also ist es diesmal de?halben unterlassen worden, da er mit gro?em Gest?m und Unbescheidenheit vor der T?r angericht den Herrn D. (= Dominum, d.h. den Grafen) angefordert und heftig contra Torturam geredet."
Abbildung: Auszug aus dem Protokoll des Hexenprozesses von 1597
Konsequenzen f?r den Hofprediger
Will hei?en: Der Pfarrer wettert derart gegen die Folter, dass der Prozess beendet und die noch lebende Gefangene freigelassen wird. Dies ist der einzig ?berlieferte Fall, dass ein Geistlicher w?hrend eines Hexenprozesses offen die Beendigung der unmenschlichen Folterungen verlangt - und Erfolg hat. Leider stirbt die Frau wenige Tage danach an den Folgen der Torturen. Der Graf ist ?ber das Auftreten seines Hofpredigers au?er sich, aber Anton Praetorius kommt mit dem Leben davon. Er f?llt in Ungnade und wird entlassen. Schlie?lich findet er in der N?he von Heidelberg im reformierten Dorf Laudenbach eine neue Pfarrstelle. Dort schreibt er zun?chst unter einem Pseudonym und dann 1602 unter seinem eigenen Namen ein engagiertes Buch gegen die unchristlichen Hexenprozesse: "Gr?ndlicher Bericht ?ber Zauberey und Zauberer". Er ist Christ, und seine alleinige Richtschnur ist die Bibel. Nach diesem Ma?stab "sola scriptura" legt er dar, dass die lange Haft und Folter von Unschuldigen dem Geist und dem Buchstaben des Evangeliums widerspricht. Schonungslos attakiert er in seiner schlichten, bibelfesten Fr?mmigkeit Hexenrichter und ihre Obrigkeiten: "Oder denket ihr Menschenkinder, die ihr richtet, da? ihr dem Urteil Gottes entrinnen werdet? - O nein, o nein, liebe Herren, das wird euch nicht durchgehen..." Die F?rsten bekommen zu h?ren: "Liebe Herren, wie lange soll die Ehre Gottes unter euch also gesch?ndet werden?"
Abbildung unten: Titelseite von Praetorius Bericht von 1602
Vorsicht - Teufelsbuhle
Doch in diesen Zeiten muss man vorsichtig und klug vorgehen, sonst landet man selbst schnell auf dem Scheiterhaufen als "Teufelsbuhle", als Freund der Hexen. Praetorius trifft eine Vorsichtsma?nahme, indem die erste Auflage des Buches unter einem anderen Namen herausgegeben wird. "Dass ich meinen Namen nicht genannt habe, ist wohlweislich geschehen, dieweil es in unseren tr?bseligen Zeiten mehr denn gef?hrlich ist, die Obrigkeiten und Richter anzutasten und den F?rsprecher f?r Hexen und Unholden zu machen, wie solches durch viele Exempel offen und am Tage". Anton Praetorius w?hlt als Pseudonym den Namen seines dreizehnj?hrigen Sohnes Johannes Scultetum aus Kamen in Westphalen. Johannes Scultetum, das ist Johannes Schultze, und Schultze - das ist der fr?here Namen von Anton Praetorius. Dieses Pseudonym hat lange Zeit dazu gef?hrt, da? selbst gelehrte Forscher ?ber Jahrhunderte hinweg dieses Werk nicht mit Anton Praetorius in Verbindung gebracht haben.
Viele Prominente unterst?tzen Praetorius in ganz Deutschland
Praetorius k?mpft viele Jahre unter Einsatz seines Lebens gegen Folter und Hexenprozesse und tr?gt so seinen Anteil zur sp?teren ?berwindung der Hexenverfolgung bei. Die 3. Auflage seines Buches im Jahr 1613 kurz vor seinem Tode widmet er gleichgesinnten Gegnern der Hexenverfolgungen und Freunden in ganz Deutschland. Unter diesen Widmungen finden sich Pfarrer und Politiker aus Danzig und Anklam/Ostsee, daneben Superintendenten/Dekane aus der Gegend zwischen Frankfurt und Heidelberg, angesehene M?nner aus Kamen und Personen des ?ffentlichen Lebens aus Unna. Es sind Richter, Pfarrer und Juristen, die offensichtlich Praetorius in seinem gef?hrlichen Kampf unterst?tzt haben.
400 j?hriges Gedenken an sein couragiertes Wirken
2002 j?hrt sich zum 400. Mal die Herausgabe des epochalen Buches von Anton Praetorius, die "auf dem Gebiet des Hexenwesens zu den wenigen (geh?rt), welche dem 17.Jahrhundert zur Ehre gereichen", so die Einsch?tzung von H.P.Kneub?hler.
Die Daten sind dem Buch von Hartmut Hegeler entnommen:
Anton Praetorius - K?mpfer gegen Hexenprozesse und Folter, Unna, 2002
Das hessische Ministerium f?r Wissenschaft und Kunst, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Evangelische Landeskirchen in Baden und Kurhessen-Waldeck, die Stadt Lippstadt, das B?rgermeisteramt Laudenbach und der Geschichtsverein Oppenheim haben die Herausgabe des Buches gef?rdert.
N?heres siehe www.anton-praetorius.de.
Jugendbuch "Hexenbuhle"
In Hegelers Jugendbuch "Hexenbuhle", das 2004 erscheint, versucht der Jugendliche Jodokus das Geheimnis um seinen Onkel Anton Praetorius zu ergr?nden. Das Buch wird gef?rdert vom Kreis Unna, der Stadt Lippstadt, der Kirchengemeinde Muschenheim und von den Stadtwerken Unna und kostet 5,00 Euro. (ISBN 3-9808969-1-9)
In der spannenden Erz?hlung begegnet uns mit Jodokus Praetorius m?glicherweise die einzige namentlich bezeugte historische Gestalt eines Jugendlichen aus dieser Zeit. Jodokus stammte aus Unna und hie? mit vollem Namen Jodocus Praetorius Unnensis Westphalus. Aus seiner Sicht erz?hlt er das besondere Engagement seines Onkels Anton Praetorius gegen die Verfolgung unschuldiger Menschen. Bald ger?t Jodokus, der 1614 in Heidelberg sein Studium abschlie?t, in die dramatischen Ereignisse eines Hexenprozesses und einer Judenverfolgung (dem sog. "Fettmilch-Aufstand" 1614 in Frankfurt/M.).
Folter und Pranger
Er erf?hrt, wie wichtig es ist, sich eine eigene Meinung zu bilden und Zivilcourage aufzubringen. Diese Geschehnisse sind durch Urkunden belegt. Deutlich wird, wie damals in Notzeiten S?ndenb?cke gesucht - und gefunden wurden. Die Erz?hlung bleibt ganz eng an den historischen Fakten. Originaldokumente werden im Buch abgebildet, so dass dem Leser deutlich wird, dass es sich um wirkliche Ereignisse aus der Zeit um 1600 handelt. Etwa 30 zeitgen?ssische Zeichnungen und Holzschnitte bereichern den Informations- und Bildungswert des Buches und st?rken die Lesemotivation junger Leser.
Ziel des Buches ist es, den Opfern der Gewalt in Hexenprozessen und Judenverfolgung aus der Zeit um 1600 ein ehrendes Gedenken zu setzenund ihr Schicksal aus dem Dunkel der Vergangenheit herauszuholen und dem Vergessen zu entrei?en.
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